Pflege

Eine gesunde Portion Pflege durch Herrchen und Frauchen ist fester Bestandteil eines jeden Hundelebens. Dabei müssen Hundehalter und -halterinnen berücksichtigen, dass die Französische Bulldogge eine spezielle Anatomie hat. Dadurch wird die Pflege nicht unbedingt komplex, sie muss aber eben rassengerecht erfolgen. Wir geben Ihnen nachfolgend Tipps und praktische Handgriffe mit auf den Weg.

Warum ist die Pflege von Französischen Bulldoggen speziell und manchmal herausfordernd?

Ihre Anatomie und die Zugehörigkeit zu den brachyzephalen Rassen bringt einige kleinere Herausforderungen mit sich. Sofern Sie mehr über die Brachyzephalie erfahren möchten, finden Sie einen umfassenden [url=https://kleintierklinik.uni-leipzig.de/kurzkopf]Ratgeber[/url] dazu bei der Kleintierklinik der Universität Leipzig.

Im Fokus der Brachyzephalie ebenso wie generellen Anatomie stehen:

  • die Atemwege
  • die Augen (hervortretend, daher erhöhte Verletzungsgefahr)
  • Hautfalten (meist feucht-warm, kann Allergien und Entzündungen sowie Ausschläge begünstigen)
  • die Ohren charakterisiert ein enger Gehörgang, wodurch sich Bakterien schneller festsetzen und Infekte bilden
  • die Pfoten haben eine erhöhte Allergieneigung
  • der gepresste Kopf führt zu einem engstehenden Kiefer, Zahnstein und Co. setzen sich schneller an

Welche typischen Anfängerfehler könnten Ihnen bei der Bully-Pflege unterlaufen?

Fehler zu machen ist menschlich: Keine Sorge, wenn ein Handgriff mal nicht perfekt sitzt, wird Ihr Schatz Ihnen das verzeihen. Aber logisch: Noch besser ist, die möglichen Anfängerfehler schon zu kennen, dann lassen sie sich direkt vermeiden.

Erfahrungsgemäß stolpern erstmalige Halter von Französischen Bulldoggen oft über diese Fehler:

1. Hautfalten werden vernachlässigt

Sie kennen das von Ihrer Haut: Sie gehört gereinigt, aber auch nicht übermäßig, das würde sonst reizen. Denselben Grundsatz können Sie bei Ihrem Vierbeiner ansetzen. Reinigen Sie die Hautfalten nicht ständig, aber reinigen Sie diese regelmäßig. 1 bis 3x pro Woche genügt, anschließend trocknen lassen. Danach gegebenenfalls mit einer hundegeeigneten Pflegecreme oder barrierestärkenden Salbe verwöhnen.

Dabei gilt: Badespaß ist erlaubt, aber kein zu langes oder häufiges Baden. Höchstens einmal im Monat genügt.

2. Augen werden übersehen

Klingt komisch, ist aber so: Zwar sind die hervortretenden Augen auffällig, trotzdem übersieht man manchmal, wie sensibel der Augenbereich der Französischen Bulldogge ist. Behalten Sie die Augen daher immer im Blick, achten Sie auf Rötungen, vermehrten Tränenfluss oder ständiges Zukneifen. Verletzungen an den Augen holen sich Französische Bulldoggen schnell, eben weil die Augen so weit herausgucken.

3. Krallen- und Ohrenpflege nicht vergessen

Eine regelmäßige Krallenpflege benötigen nicht nur Stubentiger, sondern auch Französische Bulldoggen. Sind die Krallen zu lang, resultiert das in einem unnatürlichen Gang, was wiederum zu Haltungsschäden und unnötigen Gelenkbelastungen führt. Folglich: Krallen regelmäßig und korrekt kürzen. Bei Bullys besonders wichtig, da sie anders als Jagdhunde von Natur aus nicht viel laufen und die Krallen sich daher oft nicht auf natürliche Weise abwetzen.

An die Ohrenpflege denken zwar auch viele erstmalige Bully-Halter, aber die Handgriffe sind manchmal noch verbesserungswürdig. Denn: Wattestäbchen dafür zu benutzen ist möglich, aber nicht optimal. Der Tierarzt kann das durchaus, sofern er es für angebracht erachtet. Zuhause verzichten Sie lieber auf Wattestäbchen, da diese eine gewisse Verletzungsgefahr bergen. Besser sind sanfte Ohrreiniger, eine anschließende Massage von außen, danach die Flüssigkeit ablaufen lassen.

Was tun wenn…? – Unser Erste-Hilfe-Ratgeber zur Pflege der Französischen Bulldogge mit Handlungsempfehlungen

Tipp: Speichern Sie sich diese Seite in den Lesezeichen Ihres Browsers. Dann können Sie bei Bedarf schnell nachschlagen, wie Sie bei bestimmten Symptomen und Problemen vorgehen sollten.

1. Was tun… bei Problemen mit der Haut und den Hautfalten?

Symptom: unangenehmer Geruch, übermäßig feuchte Hautfalten, sichtbare Rötungen
Was es sein könnte: Falten-Dermatitis (Hautreizung)

Handlungsempfehlung: Sanft mit einer geeigneten Pflegelösung für Hunde reinigen, anschließend gut trocknen. Zinkhaltige und/oder barrierestärkende Salbe auftragen. Keine Verbesserung oder starke Rötung? Tierarzt aufsuchen!

Symptom: Juckreiz, gerötete Pfoten, ständiges Lecken
Was es sein könnte: Allergie, eventuell Hefepilz

Handlungsempfehlung: Pfoten gründlich waschen und trocknen. Gegebenenfalls Futterumstellung oder andere mögliche Allergiereize bedenken. Falls es anhält: Allergietest beim Tierarzt vereinbaren.

2. Was tun… bei Problemen mit den Augen?

Symptom: die Augen tränen und/oder sind gerötet
Was es sein könnte: Bindehautentzündung, mechanische Reizung, Allergie

Handlungsempfehlung: Mit tiergeeigneter Kochsalzlösung spülen, vorerst Zugluft und extrem kalte oder warme Temperaturen vermeiden. Bei Verschlimmerung oder wenn keine Linderung eintritt: Unverzüglich zum Tierarzt.

Symptom: Französische Bulldogge kneift ständig oder dauerhaft Auge zu
Was es sein könnte: Hornhautverletzung, Fremdkörper im Auge

Handlungsempfehlung: Das ist ein Notfall. Reiben Sie nicht und versuchen Sie nicht es zweckmäßig zu lösen. Sofern Sie einen Trichter haben, legen Sie diesen an. Danach zum Tierarzt.

3. Was tun… bei Problemen mit den Atemwegen?

Symptom: Französische Bulldogge schnarcht, ist aber wach
Was es sein könnte: Atemwegsprobleme, speziell im Nasenbereich

Handlungsempfehlung: Körperliche Belastung sofort und generell reduzieren. Keiner starken Hitze aussetzen. Raumluft etwas feuchter halten. Zeitnah bei einem Tierarzt abklären lassen.

Symptom: Französische Bulldogge hechelt massiv, gegebenenfalls mit blauer Zunge
Was es sein könnte: Überhitzung

Handlungsempfehlung: Notfall, sofort den Tierarzt aufsuchen. Vorher Pfoten, Bauch und Leistenregion mit kühlem Wasser befeuchten und versuchen Wasser anzubieten.

4. Was tun… bei Problemen an den Ohren?

Symptom: Hund schüttelt den Kopf ständig hin und her, kratzt sich vermehrt am Ohr
Was es sein könnte: Milbenbefall, Entzündung im Ohr

Handlungsempfehlung: Mit einer hundegeeigneten Reinigungslösung ausspülen. Nicht mit Wattestäbchen im Gehörgang herumstochern! Wenn es muffig, süßlich oder eitrig riecht: Tierarzt aufsuchen.

5. Was tun… bei Problemen mit den Zähnen?

Symptom: Französische Bulldogge riecht aus dem Fang, sichtbarer brauner Belag
Was es sein könnte: Zahnstein oder Parodontitis, Entzündungen im Maul

Handlungsempfehlung: Beim Tierarzt vorstellig werden und das weitere Vorgehen besprechen. Sofern die Zähne drinbleiben sollten Sie spätestens jetzt mit der regelmäßigen Zahnpflege beginnen.

Bitte beachten Sie: Unser Ratgeber ersetzt keine tiermedizinische Behandlung. Ebenso kann selbst die bestmögliche Pflege manche Sachen einfach nicht zuverlässig lindern. Sollten Sie sich unsicher sein oder Ihre Französischer Bulldogge Schmerzen haben, holen Sie sich immer den Rat eines Tierarztes ein.

Welche Verhaltensweise sollten Sie bei der Französischen Bulldogge im Blick haben?

  • Eine plötzlich reduzierte Aktivität kann auf Atemprobleme hindeuten.
  • Sofern sich Bullys sehr oft lecken, könnte das auf allergiebedingte Reizungen oder Stress deuten.
  • Werden sie plötzlich aggressiv oder knurren stark, könnten sie Schmerzen haben.
  • Sofern sie ständig müde sind und erschöpft wirken, stehen die Atmung und der Kreislauf im Fokus.
  • Verweigern sie die Futteraufnahme, haben sie womöglich Magen- oder Atemprobleme oder ihre Zähne beziehungsweise das Zahnfleisch tun weh.

Tipps und Tricks für die optimale Pflege der Französischen Bulldogge

1. Lieber kurze Pflege-Sessions! 5 Minuten am Tag sind besser als 30 Minuten am Stück.

2. Falten immer gründlich trocknen und Haut gezielt behandeln

Feuchtigkeit kann Pilzbefall und Entzündungen fördern. Nutzen Sie eine milde Reinigung, es gibt beispielsweise Produkte zur Faltenreinigung der Hundehaut.

Heben Sie die Falten sanft an, nicht grob auseinanderreißen. Mit den Fingern entlasten Sie die Haut, Sie versuchen sie aber nicht gewaltvoll zu dehnen. Mit einem sauberen Kosmetik- oder Baumwolltuch können Sie die Falten abtupfen – aber nicht trockenrubbeln! Die Reinigung empfiehlt sich 2x pro Woche, bei warmem Wetter häufiger.

Eine zusätzliche Pflegeschicht, beispielsweise Zink- oder Panthenolsalbe, könnte anschließend optional appliziert werden.

3. Die Pfotenpflege ist nicht kompliziert – nur ein Blick für Details ist nötig

Nach Spaziergängen können die süßen Pfötchen mit lauwarmem Wasser abgespült werden. Zwischen den Zehen sollten Sie einzeln trocknen, erneut beispielsweise mit einem Baumwolltuch. Kontrollieren Sie bei der Gelegenheit gleich die Pfotenballen auf Risse.

Weiterer Tipp: Im Winter empfiehlt sich ein Pfotenbalsam. Der schützt vor der Kälte ebenso wie Streusalz.

4. Nasenpflege der Französischen Bulldogge richtiggemacht

Ist die Bully-Nase trocken, rissig, verkrustet oder verhärtet, ist das unangenehm, beeinträchtigt die Atmung und den Geruchssinn. Reißen Sie Krusten aber nicht ab. Lieber mit lauwarmem Wasser einweichen und mit einem feuchten Tuch sanft abtragen. Danach könnte noch Nasen-Balm ganz dünn verteilt werden – aber natürlich nicht in die Nase drücken.

5. So funktioniert das Zähneputzen bei der Französischen Bulldogge

Nutzen Sie Doppelkopf-, kleine Hundezahn- oder weiche Silikonfingerzahnbürsten. Niemals Zahnpasta für den Menschen verwenden! Die ist giftig für Hunde. Es empfehlen sich stattdessen enzymatische Hunde-Zahncremes mit Geflügel- oder Rindgeschmack – diese lösen Beläge chemisch.

Gehen Sie vor allem am Anfang langsam vor. Lippe und Kiefer leicht anheben, niemals grob ziehen. Kleine kreisende Bewegungen, immer von außen nach innen. Vor allem die Backenzähne und die Zähne im hinteren Kiefer sollten gereinigt werden, da sammeln sich die meisten Beläge. 20 bis 30 Sekunden Zähneputzen pro Seite genügen.